Das mächtige Gefühl, wenn dieses magisch scheinende Licht in wechselnden Farben und Formen am Horizont tanzt, lässt sich nur dann nachvollziehen, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Schnell verändert es sich von schüchtern und kaum als Form erkennbar zu sprühenden Kegeln, die den gesamten Himmel einzunehmen scheinen.

Vielleicht ist es ein Mythos, aber viele Augenzeugen meinen, dass sie das Nordlicht bei intensiver Aktivität auch gehört haben. Doch eines ist auf jeden Fall sicher – es ist ein einzigartiges Erlebnis und eine fantastische Erinnerung, die man aus Swedish Lapland mit nach Hause nimmt.

Das Nordlicht ist ein Lichtphänomen, das vereinfacht erklärt aus dem Zusammenspiel von Sonnenwinden und dem Magnetfeld der Erde entsteht. Die Sonnenwinde bestehen aus geladenen Partikeln, die von der Sonne in den Weltraum geschleudert werden. Wenn diese Partikel dann vom Magnetfeld der Erde aufgefangen werden, werden sie in extrem schnellem Tempo zu den Polen gesogen. Das Nordlicht entsteht dann, wen die Partikel mit den Atomen in der oberen Atmosphäre zusammenstoßen, wodurch die kinetische Energie in sichtbares Licht verwandelt wird. Das Phänomen basiert auf dem gleichen Prinzip wie das Neonlicht.

Zwei Tage, nachdem die Sonnenwinde in den Weltraum geschleudert wurden, erreichen die Partikel die Erde und das Nordlicht kann entstehen. Meistens ist das Nordlicht, das wir in Nordschweden erleben, blaugrün gefärbt, aber es kann auch rot oder lila sein. Die Farben variieren je nach Typ, Geschwindigkeit und Ladung der Atome und es hängt auch davon ab, wie weit entfernt man sich vom Nordlicht befindet. Das intensivste Nordlicht entsteht etwa 100 Kilometer über der Erdoberfläche und ist zwischen 10 und 30 Kilometer hoch. Es kann aber – mit abnehmender Intensität – bis zu mehreren hundert Kilometern hoch werden.

Aurora borealis. Photo by Cody Duncan.

Eine Voraussetzung dafür, das Nordlicht erleben zu können, ist ein wolkenloser Himmel – auch wenn ein sehr stark aktives Nordlicht bisweilen durch eine dünne Wolkendecke hindurch scheinen kann. Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass die Chancen, das Nordlicht zu sehen, besser sind, wenn es kalt ist? Diese Behauptung hängt vor allem damit zusammen, dass es bei klarem Himmel meist kälter ist, da eine Wolkendecke bis zu einem gewissem Grad eine Isolation gegen die Kälte bildet. Und auch wenn das eigentliche Phänomen des Nordlichts natürlich den ganzen Tag über auftreten kann, so ist es von der Erde aus nur dann sichtbar, wenn der Himmel dunkel ist. Die besten Chancen, das Nordlicht zu sehen, hat man nördlich des Polarkreises in großer Höhe – gerne in offenem Gelände, wo es keine anderen Lichtquellen gibt.

Der Abisko Nationalpark in Swedish Lapland hat die vielleicht besten Voraussetzungen der Welt, um das Nordlicht erleben zu können. Denn abgesehen davon, dass sich der Nationalpark innerhalb des so genannten „Aurora Ovals“ befindet, liegt er außerdem in einem Regenschatten-Gebiet. Und das bedeutet, dass der Nationalpark eines der niederschlagärmsten Klimata in ganz Nordeuropa aufweist – was wiederum mehr klare Nächte zum Nordlichtbeobachten mit sich führt. Aber egal, wo du dich in unserer Region befindest: Bei wolkenlosem Himmel gilt im Winter stets die Devise suit „Augen auf“.

Der Artikel wurde zuvor veröffentlicht in Lapland ResortsMagazin 2013/2014