Ein welterbe kann ein Ort, ein Bauwerk oder ein Gebiet sein, das so wertvoll ist, dass es für die Zukunft bewahrt werden muss. Dazu zählen Pyramiden, Korallenriffe, der Grand Canyon – und in Schwedisch Lappland: Laponia, die Gammelstads kyrkstad und der Struve-Bogen. Über Welterbestätten entscheidet das Komitee der Unesco nach Durchsicht der Aufnahmeanträge. Im Jahr 2015 gab es 1.031 Welterbe, davon 15 in Schweden.

Das beeindruckende Rapa- Tal im Sarek Nationalpark. Foto: Cody Duncan.

FAKTEN

    • Laponia wurde 1996 Welterbestätte.
    • Zum Welterbe gehören die Nationalparks Sarek, Padjelanta, Stora Sjöfallet und Muddus sowie die Naturreservate Sjávnja und Stubbá. Außerdem umfasst es die Gebiete Tjuoldavuobme, Ráhpaäno sourgudahka und Sulidäbmá.
    • Laponia erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 9.400 km2 und ist damit etwas größer als Zypern.
    • Für mehr Informationen, besuche laponia.nu.

Laponia

Die riesigen Wälder, das Gebirge, die Gletscher und die ausgedehnten Sümpfe wurden 1996 zum Welterbe ernannt. Laponia ist auch das Land der Samen und Rentiere. Jedes Jahr ziehen die Bergsamen in diesem Welterbe umher, um ihre Rentiere zu den verschiedenen Weidegründen zu bringen. In den Waldgebieten wiederum leben das ganze Jahr über die Waldsamen und nutzen die Sümpfe für die Rentierhaltung.

Laponia ist ein lebendiges Welterbe. Bei genauer Betrachtung lässt sich erkennen, wie Mensch und Natur sich hier gegenseitig beeinflusst haben. Zu den schönsten Plätzen führen stets Wanderwege und entlang dieser Pfade liegen Feuerstellen, aufgereiht wie an einer Perlenkette.

Um die allerbesten Lagerplätze befinden sich oft tiefgrüne Wiesen, da dort die Rentiere gemolken wurden. Gleichzeitig kann man in der Ferne einen Helikopter hören, der Rentiere zur Kälbermarkierung zusammentreibt. Auf einfache Weise lässt sich das Weltkulturerbe auch bei einem Besuch des Naturum Laponia auf der Halbinsel Viedásnjárgga im Stuor Muorkke Nationalpark erleben. Das Besucherzentrum Naturum präsentiert das gesamte Welterbe und bietet Ausstellungen, ein Café, einen Hörsaal, geführte Touren und vieles mehr. Zudem erhält man dort Tipps, wie man seine weitere Reise ins Welterbe am besten fortsetzt.

Gammelstad. Foto: Graeme Richardson.

FAKTEN

  • 520 kulturhistorisch wertvolle und geschützte Gebäude, davon 405 Kirchenhütten.
  • Diese einzigartige Stätte besteht aus einer Steinkirche aus dem 14. Jahrhundert mit umliegenden Kirchenhütten, einem mittelalterlichen Straßennetz und Gebäuden, deren Ursprung bis in die Bürgerstadt des 16. Jahrhunderts zurückreichen.
  • Welterbe seit 1996.
  • Für mehr Informationen, besuche lulea.se/gammelstad.

Gammelstads kyrkstad

Gammelstads kyrkstad außerhalb von Luleå ist das größte bewahrte Kirchendorf im nördlichen Norrland und zudem das einzige, das beide im Norden existierenden Arten von Holzstädten vereint – die Kirchen- und die Bürgerstadt. Ab dem 13. Jahrhundert war Gammelstads kyrkstad Handelsplatz und Zentrum einer Kirchengemeinde, die zeitweise fast die ganze heutige Provinz Norrbotten umfasste.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hatte sich der Ort zu einer kleinen Stadt entwickelt und sogar Handelsprivilegien erhalten. Die Kirchenhütten vermischten sich allmählich mit den Höfen der sesshaften Bewohner. Heute ist das Kirchendorf eine lebendige Ortschaft, in der die Hütten vor allem rund um Mittsommer genutzt werden.

Bildhauerei an dem Struve-Bogen in Haparanda von Viktoria Andersson. Foto: Maria Sirviö.

FAKTEN

  • Der Struve-Bogen führt durch zehn Länder: Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien und die Ukraine.
  • In Schweden gibt es sieben Messpunkte. Davon stehen vier auf der Welterbeliste.
  • Die Punkte sind markiert durch Bohrlöcher, Eisenkreuze, Steinwarten oder Obelisken.

Struve-Bogen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschloss der deutsch-russische Astronom Wilhelm von Struve, die Triangulation zu nutzen, um die exakte Form und Größe der Erde zu bestimmen. Die Messungen, durchgeführt zwischen 1816 und 1855, waren für die Forschung und die Entwicklung der topografischen Kartierung ein großer Schritt.

Damit konnte er belegen, dass die Breitengrade in Skandinavien länger sind als am Äquator. Dies wiederum bewies, dass die Erde nicht rund wie eine Kugel, sondern durch die abgeflachten Pole oval ist. 34 der 265 Messpunkte sind seit 2005 auch auf der Welterbeliste vertreten.

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