Beach. Photo by Andy Anderson.

Sommer und Schwimmen sind vielleicht nicht gerade die Begriffe, die einem beim Gedanken an Schwedisch Lappland zuerst einfallen. Aber tatsächlich gibt es hier unzählige coole Strände und Badeplätze – dem Inland-Eis sei dank.

Das Inlandeis ist in der Tat der Grund dafür, warum ich gerade Sand zwischen meinen Zehen habe. Wenn man entlang der kilometerlangen Strände inmitten der Inselwelt des Bottnischen Meerbusens spaziert oder durch die Bergwelt wandert, so kann man sich nur schwer vorstellen, dass all dies einst von einer zwei Kilometer dicken Eisschicht bedeckt war. Doch das stimmt wirklich.

Erst vor zehntausend Jahren begann sich das Inlandeis zurückzuziehen. Sein gewaltiges Gewicht verwandelte die Eismassen in eine gigantische Hobelmaschine, ein unaufhörliches Schleifpapier, das der Landschaft ihre heutige Form gab. Die Erdkruste wurde von der jetzigen Küstenlinie nach unten gedrückt und als das Eis schmolz, verschwand vieles davon unter dem Meeresspiegel. Dort, wo einst das Eis lag, blieben Felsen und Geröll übrig, um vom Zahn der Zeit sowie den rauschenden Wellen geformt und verteilt zu werden.

Foto: Fredrik Broman.

Wenn man beim Wandern in den Bergen unterwegs ist, gibt es kaum etwas Schöneres, als nach einem Tag auf den Beinen seine Schuhe auszuziehen und an einem weichen Sandstrand ins kalte Wasser hinaus zu waten. Wenn du zum Beispiel bei Björkliden ins Kärkevagge hineinwanderst oder von Abisko aus zum Ende des Kårsavagge Tals gehst, so findest du dort wunderbaren Sand, auf dem du deine Füße ausruhen kannst. Das Gefühl von Sand und kaltem Wasser ist einfach die beste Kur gegen müde Beine oder Füße. Wenn du an einem warmen Tag weit marschiert bist, so willst du eigentlich nur noch ins Wasser hüpfen. So ist es eben.

Darum lieben wir Sand und Strände.

Arjeplog. Foto: Carl-Johan Utsi.

Arjeplog wird manchmal auch als Schwedens einzige alpine Inselgruppe bezeichnet. Wenn du auf den Berg Galtispuoda steigst oder einen Helikopterflug unternimmst, wirst du schnell erkennen, was damit gemeint ist. Statistisch kommt auf jeden ‘Arjeploger’ mehr als ein See. Und das nicht nur, weil die Gegend so dünn besiedelt ist, sondern weil die Anzahl an Gewässern einfach ungeheuer groß ist.

Große Seen, kleine Seen, mächtige Stromschnellen und kleine Flüsse. Arjeplog ist ein Wasserreich mit vielen Stränden. In der Gemeinde gibt es sage und schreibe 8.727 Seen für 2.876 Einwohner. Die bekanntesten Badeplätze befinden sich in Nåtti und Åsarna. Die Leute aus der Stadt fahren im Sommer nach der Arbeit dorthin, um Schwimmen zu gehen. Im Jurun aber, 25 Kilometer von Vuoggatjålme entfernt, ist die Farbe des Wassers am schönsten. Wir können fast dafür garantieren – egal wie heiß dir auch sein mag – dass du danach definitiv erfrischt sein wirst. Denn der Jurun wird aus dem Sulitelma, Schwedens größtem Gletscher, gespeist.

Kårsavagge.

Dank Eiszeit und Erdhebung gibt es fast überall in Schwedisch Lappland schöne Sandstrände. Aber man findet auch andere spannende Bademöglichkeiten. Die „Kessel der Riesen“ sowie die Canyontäler am Storforsen in Älvsbyn sind einzigartig. Auch der See Trolltjärn im Kärkevagge ist etwas ganz besonderes, weist er doch Schwedens größte Sichttiefe auf. Oder man wagt im Schärengarten von Kalix/Luleå einen Sprung von der Insel Huvön, der dein Herz garantiert schneller schlagen lässt.

Huvön, Kalix.

Gelegentlich findet man auch FKK-Strände. Zudem eignen sich viele flache Buchten und Inseln ideal für Kinder. Speziell auf Urlauber eingestellt sind das Byske Havsbad, Frevisören, das Pite Havsbad und Seskarö. Etwas schwieriger zu erreichen sind Haparanda Sandskär, Kluntarna in Luleå und Stenskär in Piteå. An diese Orte gelangt man nur per Ausflugsschiff, Kajak oder eigenem Boot. Nahe Kluntarna liegt Skvalpen, eine Insel, die erst vor etwa 100 Jahren zu Tage getreten ist. Ihr Name stammt von den kleinen Wellen, die sich damals bildeten, als das Meer die Insel noch überspülte. Dann aber trug die Erdhebung den Sieg davon.

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