Du bist sie also alle schon gefahren, kennst ihre Kicks und denkst dir „Was nun“? Überzeug dich einfach selbst. Heli-Skiing in Schwedisch Lappland muss auf deine Checkliste. Bester Pulverschnee bis weit in die Saison hinein und dazu noch die Möglichkeit, all das unter der Mitternachtssonne zu erleben.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack, was dich erwarten könnte: Leidenschaftliche Skifahrer träumen oft von der Karriere, die sich für sie niemals erfüllt hat – die eines sogenannten ‚Ski Bum’, oder noch besser, dem Leben als professioneller Bergführer. Doch leider kam der Ernst des Lebens dazwischen und plötzlich liegt die Karriere außer Reichweite. Und seien wir mal ehrlich: Auch wenn sie an den besten Orten dieser Welt Skifahren dürfen – das Leben als Bergführer ist harte Arbeit und ein ernstes Geschäft. Stell dir nur mal vor, du bist verantwortlich für das Leben anderer Menschen, die sich mitten in unerforschtem Gebiet aufhalten. Und dabei musst du auch noch so ruhig und gelassen wirken, dass sie sich weiterhin auf ihr Kernziel fokussieren: Nämlich fantastische, frische Spuren in den Schnee zu zaubern. Was mich angeht, so bin ich gerne mit dabei, während jemand anderer sich auf meine Sicherheit konzentriert und die aktuell besten Schneebedingungen findet.

Als der Helikopter an Geschwindigkeit aufnimmt, entspannen ich und die anderen der Gruppe uns ein wenig. Wir beginnen allmählich, die Aussicht zu genießen. Nach irrsinnig kurzer Flugzeit wird die Kulisse immer dramatischer. Gestartet sind wir am Skiort Björkliden mit seinen zahlreichen Skimöglichkeiten jenseits der Baumgrenze.

Und echten Bergen.

Das hier aber ist etwas anderes. Du schaust dich in verschiedene Richtungen um und es gibt nahezu keine Anzeichen von Zivilisation. Ich weiß, dass wir gerade über Rentierweidegründe fliegen – aber im Winter sind die Tiere niemals so weit in den Bergen. Unser Guide deutet auf Schwedens höchsten Berg, den Kebnekaise. Und wieder spüre ich, wie mein Adrenalinspiegel steigt. Ich bin mit Sicherheit jetzt gerade viel nervöser, aus dem Helikopter auf einen Gipfel zu steigen, als ich es vor der tatsächlichen Abfahrt bin, die mich erwartet.

Mit geübter Hand schwebt der Pilot ganz leicht über einem Bergrücken und wir beginnen, aus dem Heli zu steigen. Mein Magen dreht sich buchstäblich im Kreis und mein Puls rast. Wir kauern uns nochmal zusammen, um dem gigantischen Stahlvogel nicht in die Quere zu kommen, während der Guide unsere Ausrüstung auslädt. Der Helikopter hebt ab und als schließlich nur noch Stille herrscht, spüre ich, wie sich meine Nerven beruhigen.

Beim Heli-Skiing hast du nur eine einzige Erwartung: Frische Spuren im Pulverschnee. Um ehrlich zu sein, bekommst du dafür aber nie eine Garantie. Beim Skifahren mit einem ortskundigen Guide kann man sich allerdings sicher sein, dass diese Person alles in seiner oder ihrer Macht stehende tun wird, um euch genau das zu liefern. Und wenn an diesem Tag kein fluffiges Weiß im Angebot ist, so wirst du trotzdem einen großartigen Tag am Berg inmitten spektakulärer Umgebung haben.

Foto: Mikko Nikkinen

Nachdem wir unsere Ausrüstung vorbereitet haben, zeigt uns der Guide die ausgewählte Route und gibt uns eine Einweisung, wie wir fahren sollen. Es klingt ein wenig befremdlich, dass einem gesagt wird, wo man fahren darf, während man gerade auf ein perfektes Feld hinunterblickt. Doch eigentlich ist es super, weil man sich komplett auf seine eigene Fahrt konzentrieren kann – im Wissen, dass jemand anderer auf die Sicherheit achtet. Unser Guide fährt als erster und legt dabei ganz rechts eine Sicherheitsspur, wobei er ein paar Furchen für unsere Erkundung hinterlässt.

Alleine die kleinen Schneewölkchen bei jedem Schwung des Guides zu sehen, zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht. Als ich dran bin, lass ich einfach los und spüre die pure Freude. Die Skier zerschneiden die zweite Schneelage wie weiche Butter und die oberste Schicht fliegt um mich herum. Ich kann buchstäblich jeden Schwung hören und achte auf jeden einzelnen, um einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Während unserer Abfahrt halten wir ein paar Mal an und bekommen neue Anweisungen von unserem Guide. Als wir das letzte Stück erreichend, können wir den Helikopter im Tal sehen, der darauf wartet, uns zu einem weiteren Abenteuer zu fliegen. Ich genieße den Moment völliger Stille, bevor die Maschinen erneut angeworfen werden.

Und ich höre das Kind in mir aufgeregt kreischen: Nochmal, nochmal, nochmal!

Foto mit freundlicher Genehmigung von Arctic Guides.

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Wenn du mehr über das Heli-Skiing in der Bergwelt Kirunas in Schwedisch Lappland erfahren möchtest, so erkundige dich einfach bei diesen Profis. Sie bieten großartige Heli-Skiing Erlebnisse an.

Heliski Guides Sweden

Abisko Mountain Lodge

Arctic Guides

Mountain Guide Travel

Da Heli-Skiing in den Alpen quasi komplett verboten ist, war Kanada lange Zeit führend in diesem Bereich. Ich aber empfehle euch wärmstens, nach Schwedisch Lappland, dem nördlichsten Reiseziel Schwedens, zu fahren und das Abenteuer einmal auf dieser Seite des großen Teiches zu probieren. Die Guides kennen sich meist extrem gut in der Gegend aus und wissen, wo es die besten Schneeverhältnisse gibt. Deine Sicherheit hat oberste Priorität und Lawinenausrüstung wird üblicherweise gestellt. Auch eine Einführung, wie sie verwendet wird, gehört normalerweise zum Programm. Für viele von uns ist Heli-Skiing nichts Alltägliches. Aber ich kann euch versichern, dass euch das Erlebnis und der Rausch lange Zeit begleiten werden. Außerdem wird es euch beim Après-Ski sicher Gesprächsstoff geben!

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