Northern lights, not necessarily easy to photograph

Du bist also nach Schwedisch Lappland, dem nördlichsten Reiseziel Schwedens, gekommen, um die magischen Nordlichter zu erleben. Im Folgenden erhältst du sieben einfache Tipps, wie dir ein paar gute Bilder des wunderschönen Lichtphänomens gelingen können.

Viele talentierte Guides und Unternehmen bieten Touren an, auf denen man Fotos vom Nordlicht schießen kann. Darunter sind Peter Rosén, Chad und Linnea Blakely, beide in Abisko sowie die samischen Fotografen Ylva Sarri und Anette Niia, die in der Gegend um Kiruna arbeiten und unter anderem vom ICEHOTEL in Jukkasjärvi ausgehend Fotosafaris arrangieren. Sie alle und noch viele weitere können einem dabei helfen, das Polarlicht einzufangen. Sie veranstalten außerdem Kurse in Nordlichtfotografie und geben nur sehr selten auf, bevor dieser Traum in Erfüllung gegangen ist. Oder wie Peter Rosén meint, als ich nach ihrer ‚Erfolgsquote’ frage:

— Für alle, die Minimum drei Tage mit uns verbracht haben, können wir tatschlich eine Erfolgsbilanz von 100% aufweisen. Bis dahin haben wirklich alle das Nordlicht gesehen. Manchmal aber müssen wir dafür bis nach Tromsø fahren. Mobil zu sein ist ein großer Vorteil.

Kleidung

Sorge für entsprechende Kleidung. Du willst eine tolle Nordlicht-Fotosession sicher nicht unterbrechen, nur weil du in Jeans draußen bist und allmählich zu frieren beginnst. Viele der zuvor erwähnten größeren Unternehmen bieten Overalls und andere warme Kleidungsstücke an, die man sich ausleihen/mieten kann. Beginne von Innen. Lass alles aus Baumwolle im Hotel. Mit Thermounterwäsche und Socken aus Merinowolle, dann Schichten aus Fleece oder noch mehr Wolle, wird dir nicht kalt. Vergiss niemals deine Kopfbedeckung – sie hilft dir beim Denken, während du mit all den verschiedenen Kameraeinstellungen arbeitest.

Batterien

Batterien halten die Kälte nicht besonders gut aus. Sie entladen sich schneller als normal. Ein guter Trick ist es, sie zum Beispiel in einem Zip-Lock Beutel in der Tasche eines Wollhemdes aufzubewahren. Nimm eine Ersatz-Batterie mit und halte sie auf diese Weise die ganze Zeit über warm. Ich habe normalerweise auch ein paar dünnere Handschuhe dabei. Damit kann man auch in sehr kalten Temperaturen mit der Kamera arbeiten, ohne Erfrierungen durch das eiskalte Kamera-Gehäuse zu riskieren. Dünne Handschuhe und eine Batterie in deiner Jackentasche.

Kondensation

Ein häufiges Problem bei der Jagd auf Nordlichter beziehungsweise immer besseren Fotos ist die wechselnde Bewegung von Kamera und Fotograf zwischen warmer und kalter Umgebung. Von der Wärme des Autos hinaus in die Kälte und wieder zurück. Kondensation entsteht und die Linse der Kamera beschlägt. Um dies zu verhindern, kann man die Kamera erst in einen wasserdichten Beutel stecken und sie dann erst in die Tasche packen – denn die ist ja ebenfalls kalt. Sie erwärmt sich nur selten während einer kurzen Autofahrt an einen neuen Fotospot. Ein wasserdichter Zip-Lock Beutel eignet sich außerdem gut, um die Kamera nach dem Fotografieren wieder zu entfrosten.

Ausrüstung

Wenn man Fotos von Nordlichtern macht, arbeitet man mit langen Belichtungszeiten. Ganz einfach, weil es der einzige Weg ist, um das Lichtphänomen einzufangen. Du musst deine Kamera also auf einer festen Oberfläche platzieren oder ein Stativ benutzen. Wir empfehlen Letzteres. Darüber hinaus benötigst du eine Kamera, bei der du ISO-Werte, Tiefenschärfe, Belichtung und Blende einstellen kannst.

Aurora Borealis in Swedish Lapland

Kameraeinstellungen

Eine Stirnlampe ist Grundvoraussetzung für diese Art der Fotosession. Sie ermöglicht es dir, die Kamera einfach und schnell aufzustellen sowie deine gewünschten Einstellungen auszuwählen. Verwende idealerweise ein Weitwinkelobjektiv mit einem lichtstarken Reflektor, weniger als 4.0 falls möglich. Versuche manuell mit der Kamera zu arbeiten. Setze die Blende so niedrig wie möglich, etwa 2.8. Stell den ISO-Wert auf 800 und die Belichtung auf 30 Sekunden ein. Befestige die Kamera auf einem Stativ, stell den Timer so ein, dass er nach zwei Sekunden ein Foto aufnimmt oder verwende eine Fernbedienung. Schieß dann ein paar Fotos mit Zeiten von 30 Sekunden, 25 Sekunden, 20 Sekunden und so weiter. Irgendwann findest du die ideale Kombination. Wenn es zu dunkel ist, kannst du den ISO-Wert auf 1600 erhöhen.

Fokus

Den Autofokus der Kamera zu verwenden, kann im Dunklen manchmal schwierig sein. Am besten setzt du den Fokus manuell. Damit die Sterne scharf erscheinen, stellst du ihn auf „Unendlich“. Wenn du ein Haus oder andere umliegende Dinge festhalten möchtest, sollten zehn Meter und mehr ausreichen, damit bei Verwendung eines Weitwinkelobjektivs das gesamte Bild im Fokus ist. Falls das nicht funktioniert und du den Autofokus verwenden musst, so kannst du zum Beispiel mithilfe des Mondes ein scharfes Bild schießen. Viele meinen auch, schärfere Fotos zu erzielen, wenn man zusätzlich noch auf Skylight- und UV-Filter verzichtet.

Northern lights in Swedish Lapland

Kurzzusammenfassung

  • Fokus auf ‘Unendlich‘.
  • Hohe Lichtstärke, weniger als 4.0 falls möglich.
  • Lange Belichtungszeit, etwa 25 Sek. und mehr.
  • Hoher ISO-Wert, beginnend bei 800.
  • Verwende ein Stativ!

Mobilität

Peter Rosén erwähnte dies zu Beginn der Geschichte. Manchmal ist es ein großer Vorteil, mobil zu sein. Für die Jagd nach dem Polarlicht eignen sich Schneemobil oder Auto. Aber Mobilität gilt nicht nur in diesem Sinne. Verwende ein leichtes aber robustes Stativ. Nimm nicht alle deine Kameras mit. Pack nur ein paar davon sowie ein paar Objektive ein und wähle die Grundeinstellungen aus, bevor du abreist. Sei darauf vorbereitet, dich zu bewegen, wenn du der Meinung bist, das Foto im Kasten zu haben. Finde neue Winkel, schieße Bilder anderer Fotografen, versuche Variationen und neue Varianten des gleichen Themas.

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