Wandern ist facettenreich und mehrdimensional. Es ist gut für Körper und Geist. Wenn du auf dem Kungsleden im nördlichsten Schwedisch Lappland unterwegs bist, wirst du einige der schönsten Dinge sehen, die Schweden zu bieten hat. Aber, liebe Leute, achtet auf eure Sicherheit. Ihr seid letzten Endes doch in der Arktis.

Die Gebirgsregion um Kiruna umfasst hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln, die einen ständig daran erinnern, wie hoch im Norden man sich eigentlich befindet. Zudem gibt es hier aber auch tiefe Täler, in denen Rentiere weiden, während Adler hoch oben frei ihre Kreise ziehen.

Klare Seen, die einen weit hinunter in die Tiefe blicken lassen. Flüsse und Bäche, in denen so sauberes Wasser fließt, dass man einfach seinen Becher füllen und es trinken kann. Eine Flora, die sogar Carl Linnaeus während seiner Lappland-Expedition im Jahre 1732 begeisterte.

Kiruna bietet Wanderungen für jedermann. Ob man sich nun einfach entlang markierter Wege ein paar Stunden die Füße vertreten will oder aber ausgedehntere Wochentouren mit dem eigenen Zelt durch unwegsames Gelände unternehmen möchte. Die Kulisse deines Abenteuers wird gewaltig und abwechslungsreich sein – vom fruchtbaren Nationalpark von Abisko bis hin zum Bergmassiv des Kebnekaise.

Wer die Herausforderung sucht, sollte die Gelegenheit ergreifen und den höchsten Berg Schwedens besteigen, ob mit oder ohne Guide. Und all dies geschieht auch noch im Licht der niemals endenden Mitternachtssonne, die sich auf vielerlei Weisen erleben lässt – wobei die weltbekannte Aurora Sky Station, mit einer Aussicht sowohl über das Lapporten-Tal als auch den 70 Kilometer langen See Torneträsk, vielleicht die beste Variante von allen ist.

Runde dein Erlebnis mit einem typisch einheimischen Essen auf dem Berg Nuolja ab. Brich auf zu einer Wanderung, die deine Beine trainiert, während dein Kopf eine Pause macht und deine Seele frei umherschwebt. Vielleicht könntest du auch eine Übernachtung in einer der Berghütten des schwedischen Wandervereins STF genießen, die sich in passendem Abstand zueinander entlang der Wanderwege befinden. In manchen dieser Hütten steht Proviant zur Verfügung und du kannst einen wunderbar belebenden Saunagang genießen.

All das bieten dir die Berge von Schwedisch Lappland. Das einzige, worum wir dich bitten, ist Respekt für unsere Natur und das Mitnehmen deiner Hinterlassenschaften. Und – dass du auf dich aufpasst!

Tipps für sicheres Bergwandern

Die Auswahl der richtigen Ausrüstung. Wähle leichte Kleidung, die dich vor den Elementen schützt und atmungsaktiv ist. Gehe im Zwiebelprinzip vor und kleide dich in Schichten, sodass du dich ganz einfach dem Wetter anpassen kannst. Gute Ausrüstung muss kein Vermögen kosten und ein richtig gepackter Rucksack sollte nicht zu schwer sein. Checklisten mit angemessener Ausrüstung findest du auf www.fjallsakerhetsradet.se.

Informiere jemanden, wohin du gehst und wann du wieder zurück sein solltest. Es ist wichtig, dass jemand deine geplante Route kennt und weiß, wann du vor hast, wieder zurück zu sein. Gib jemandem Bescheid, der Alarm schlagen kann, wenn du nicht wie abgemacht zurückkehrst.

Passe deine Tour dem Wetter an. Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Überprüfe die örtlichen Wettervorhersagen im Radio oder auf www.smhi.se. Wetterdienste sind auch als Apps für Handys erhältlich. Beachte immer die für die Berge herausgegeben Wetterwarnungen.


Folge markierten Wegen.
In den Bergen gibt es hunderte von Kilometern markierter Wanderwege, mit Entfernungskennzeichnungen, Schutzhütten und Notruftelefonen. Folge den Wegen – dadurch wirst du dich besser zurechtfinden und es ist obendrein sicherer, falls du aus irgendeinem Grund Hilfe brauchen solltest. Beachte, dass rote Kreuze Winterpfade kennzeichnen, die für den Sommer nicht immer geeignet sind.

Nimm eine Karte sowie einen Kompass mit. Überprüfe, ob deine Karte aktuell ist. Der Kompass wird vor allem von Nöten sein, wenn du dich abseits der markierten Wege befindest. Außerdem solltest du mit einem Kompass umgehen können. Verwende auch gerne ein GPS, aber denke daran, dass sich Batterien in der Kälte schnell entladen.

Frage Leute mit Erfahrung um Rat. Menschen, die viel Zeit in den Bergen verbringen – wie die Wirte der STF-Berghütten – können dir entscheidende Informationen geben. Frage sie gerne nach Routen, Wasserständen, Brücken und anderen Dingen, die deine Planung einfacher gestalten könnten. Es gibt auch lokale Vereinigungen für die Sicherheit im Gebirge, die alles mögliche über ihre heimischen Berge wissen.

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