Nationalparks sind Gebiete mit einer bestimmten Art von Landschaft, die geschützt wurden, um ihren natürlichen Zustands zu erhalten. Schwedisch Lappland hat die meisten, ältesten und größten Nationalparks in Schweden.

Die meisten Dinge im Leben sind nicht so offensichtlich, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Auf einer Seite des Sees Torneträsk finden wir den Vádvečohkka (Vadvetjåkka) Nationalpark, eines der feuchtesten Gebiete Schwedens. Auf der anderen Seite des gleichen Sees liegt der Ábbeskovvu (Abisko) Nationalpark, eine der trockensten Gegenden des Landes. Während Abisko im Regenschatten liegt, ist der Gipfel des Vadvetjåkka von Wolken umgeben, die Regen vom Atlantik bringen. Verschiedene Fügungen des Schicksals – die sogar Nationalparks treffen.

Laponia Naturum. Foto: Carl-Johan Utsi.

In Schweden gibt es 29 Nationalparks. Die meisten davon liegen, ebenso wie der Großteil der geschützten Gesamtfläche, in Schwedisch Lappland. Tatsächlich befinden sich hier 95% des schwedischen Nationalparkgebietes, wovon der Hauptteil natürlich zum Welterbe Laponia gehört. Es umfasst die Nationalparks Sarek, Muttos (Muddus), Stuor Muorkke (Stora Sjöfallet) sowie Badjelánnda (Padjelanta) mit einer Gesamtfläche von 9,400 Quadratkilometern.

Laponia besitzt etwa die Fläche Zyperns und ist somit das größte Naturschutzgebiet Europas. Sechs der acht Nationalparks in Schwedisch Lappland wurden bereits genannt. Die beiden anderen sind der Pieljekaise in Arjeplog und die Schären von Haparanda in der Inselwelt des Bottnischen Meerbusens. Wir haben also nicht nur in Bezug auf die Niederschlagsmenge grundlegend unterschiedliche Parks, sondern sie befinden sich in Meereshöhe ebenso wie in hochalpinem Gebiet.

Stuor Muorkke/Stora Sjöfallet. Foto: Graeme Richardson.

Schweden war das erste Land Europas, das Nationalparks gegründet hat. Am 24. Mai 1909 wurde von der Regierung erstmals Land gekennzeichnet, um neun spezielle Gebiete zu schützen, die von besonderem Interesse zu sein schienen. In den USA setzte Ulysses S. Grant den Act of Dedication 1872 durch, der den Yellowstone angeblich zum ersten Nationalpark der Welt machte. Die Mongolei aber hatte tatsächlich schon 1778 das Gebiet um den Berg Bogd Kahn Uul unter Schutz gestellt. Schweden wiederum war dann das erste europäische Land mit neun Parks, vier davon in Schwedisch Lappland.

Die meisten Nationalparks sind Besuchern zugänglich gemacht worden. Dennoch sollte diese Zugänglichkeit nicht als selbstverständlich betrachtet werden. So umfasst der Sarek zum Beispiel sechs von Schwedens dreizehn Bergen über 2000 Meter. Ihre Gipfel zu besteigen, bleibt jedem selbst überlassen. Aber die Anreise in den Abisko Nationalpark ist so unkompliziert, wie einfach nur aus dem Zug, dem Auto oder dem Sessellift auf dem Berg Nuolja zu steigen. Der Muttos Nationalpark erstreckt sich über fast 50.000 Hektar, aber nur ein kleiner Teil (vielleicht ein Drittel) bietet Besuchern durch Wege, Fußgängerbrücken und Übernachtungshütten leichten Zugang. Zudem ist das Vogelschutzgebiet des Parks die meiste Zeit des Jahres über komplett gesperrt.

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Alle Nationalparks in Schwedisch Lappland haben ihre ganz eigenen Regeln, die du unter dieser Adresse nachlesen kannst: lansstyrelsen.se

Man darf campen, Beeren und Pilze sammeln sowie abgestorbene Zweige für ein Lagerfeuer verwenden. Bei allem anderen aber muss man vorsichtig sein, wie man sich im Nationalpark bewegt. So ist der Naturschutz in einem Nationalpark zum Beispiel immer strenger, als in einem Naturreservat, auch wenn alle Parks unterschiedliche Stufen individueller Schutzmaßnahmen aufweisen. Zum Beispiel darfst du in Laponia im Badjelánnda Nationalpark angeln, wobei im benachbarten Sarek Nationalpark jegliche Art des Fischens verboten ist. Hunde sind in manchen Teilen zu bestimmten Zeiten an der Leine gestattet und in anderen generell verboten. An manchen Orten kannst du Radfahren – an anderen nicht. Auch wenn die Nationalparks einen Spielplatz für neugierige Abenteurer darstellen, so ist ihre Bewahrung für zukünftige Generationen stets von größerer Bedeutung.

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