Northern lights over the Islands of Swedish Lapland

Schimmernd und magisch. Der Tanz des Nordlichts ist ein spektakulärer Anblick, den wir in Schwedisch Lappland immer wieder genießen dürfen. Aurora Borealis zu beobachten, ist eine atemberaubende und zugleich mystische Erfahrung. Aber welche Zeit des Jahres eignet sich dafür am besten?

Wie ein Kreis um die magnetischen Pole entstehen Nordlichter durch elektrisch geladene Teilchen der Sonne, die mit gasförmigen Partikeln in der Erdatmosphäre zusammenstoßen. Das Ergebnis ist eine spektakuläre Farbenshow von Neon-Grün bis Fuchsia-Violett. Manchmal sehen die Nordlichter wie ein bauschiger, geometrischer Strahl aus Neon-Grün aus, während Aurora Borealis ein anderes Mal den Großteil des Himmels mit einem komplizierten Design aus mehreren Farben bedeckt, die immer wieder in langsames Glitzern ausbrechen.

Nordlichter im Winter über Gunnarsbyn. Foto von Fredrik Broman.

Natürlich drehen sich auch viele Sagen um das Nordlicht. So werden sie zum Beispiel von den Nord-Samen Guovssahasat genannt. Sie glaubten, die Lichter wären die Geister der Toten und man sollte sich in ihrer Anwesenheit respektvoll und still verhalten. In ihrer Tradition gilt die Verspottung oder das Besingen der Nordlichter als gefährlich, da es zu Krankheit oder sogar zum Tod führen könne.

Nordlichter im Herbst über STF Saltoluokta Bergstation, auf dem Kungsleden. Foto von Cody Duncan.

Zwar gibt es keine Garantie, das Nordlicht zu sehen, aber die Chancen erhöhen sich natürlich bei einem längeren Aufenthalt, wenn man sich weit weg von den Lichtern der Straße begibt und online die Vorhersagen der Aurora Apps oder von Webseiten wie Space Weather überprüft. Manchmal wird man wochenlang mit fantastischen Vorstellungen verwöhnt, die sich jeden Abend mehrmals wiederholen, viele Tage am Stück. Ein andermal aber halten Wolken und Schneefall die Nordlichter fern.

Natürlich gilt – je länger man in Schwedisch Lappland bleibt, desto größer sind die Chancen, in den Genuss dieses unglaublichen Anblicks zu kommen.

Die Archipel in Luleå, Nordlichter im Herbst.

Die beste Zeit zur Nordlichtbeobachtung ist normalerweise zwischen September und Ende März, wenngleich wir sie auch schon Ende August gesehen haben.

Die Lichter können immer dann auftauchen, wenn es dunkel ist. Die beste Zeit scheint aber zwischen 21 Uhr und 02 Uhr zu sein. Ein weiterer Faktor ist Lichtverschmutzung jeglicher Art, von Straßenlaternen bis hin zum Vollmond. Außerdem kann das Wetter den Blick auf die Lichter beeinflussen. In den Monaten September, Oktober und November nehmen die Stunden der Dunkelheit wieder zu. Ein weiterer Vorteil ist, dass zu dieser Zeit viele Gegenden noch schneefrei sind und es noch nicht besonders kalt ist.

Für jene, die von einem dramatischen, weiß verschneiten Hintergrund träumen, vor dem die Nordlichter tanzen, sind Dezember und Januar die besten Monate zur Nordlichtbeobachtung. Die langen Nächte tragen zum besonderen Flair dieser Erlebnisse bei.

Etwas außerhalb von Jokkmokk im November.

Im Februar und März werden die Tage wieder länger und das Wetter wärmer, es ist aber weiterhin noch sehr schneereich. Dies ist meine persönliche Lieblingszeit, um das Nordlicht zu beobachten. Tagsüber kann man die schneebedeckte Landschaft unter den immer stärker werdenden Sonnenstrahlen genießen. Am Abend hat man aber dennoch die Möglichkeit, das Nordlicht zu sehen. In der Gegend um Luleå konnte man am St. Patricks Day nun schon viele Jahre in Folge Aurora Borealis ganz besonders toll betrachten. Es wirkt gar, als würde der Himmel zur Feier des Tages Grün tragen!

Mein persönlicher Tipp für die Nordlichtbeobachtung ist es, immer wieder den Standort zu wechseln.

Aurora Sky Station in Abisko. Foto von Peter Rosén.

Mit warmer Kleidung und Schuhen durchstreift man ein wenig die Gegend. Schon ein kleiner Standortwechsel kann den großen Unterschied ausmachen, ob man Nichts zu sehen bekommt oder doch plötzlich die Lichter erblickt.

Eine weitere großartige Möglichkeit, das Phänomen zu genießen, ist eine Schneemobiltour, ein Ausritt oder eine Hundeschlittenfahrt. Auch wenn sich das Licht dabei nicht zeigen sollte, so hat man dennoch die unglaubliche Schönheit und Abenteuerlichkeit Schwedisch Lapplands erlebt. Wenn sich dann doch endlich die Nordlichter am Himmel entfalten, so wird man diesen Moment garantiert niemals wieder vergessen.

Doch aufgepasst: Wer sie einmal beobachtet hat, der will sie immer wieder sehen!