Der Königspfad oder Kungsleden ist Schwedens längster, bekanntester und im Sommer meistbegangener Wanderweg. Aber auch im Winter ist er auf Skiern ein ebenso großes Abenteuer. Göran Wallin, ein glühender Outdoor-Anhänger, gewährt uns einen Einblick in diese großartige Route durch die Bergwelt Schwedisch Lapplands.

Den Kungsleden zwischen Abisko und Hemavan zu erwandern oder mit Skiern zurückzulegen, ist eine schöne Tour durch das skandinavische Gebirge. Der Weg ist insgesamt etwas über 400 Kilometer lang und sein Name Kungsleden, Königspfad, wurde erstmals 1928 von der STF, der Schwedischen Tourismusvereinigung, verwendet.

Heute ist der Kungsleden zwischen Abisko und Kvikkjokk sowie zwischen Ammarnäs und Hemavan bestens mit Schutz- und Berghütten ausgestattet. Der meistfrequentierte Teil des Pfades ist die Etappe Abisko-Singi und weiter in Richtung Nikkaluokta vorbei an der Kebnekaise Bergstation am Fuße des Giebmegáisi, Schwedens höchstem Gipfel.

Duolbagorni
Sälka

Faszinierende Landschaften

Der Kungsleden nimmt dich mit durch den schönsten Teil der Schwedisch Lappländischen Bergwelt. Er ist zu Fuß ebenso wie auf Skiern ein einzigartiges Erlebnis. Entlang des Weges gibt es unendlich viel zu entdecken und zu unternehmen. Wir würden dir empfehlen, einen oder zwei zusätzliche Tage in einer der Hütten zu verbringen, um die Umgebung genauer zu erkunden oder einen der Gipfel zu erklimmen.

Als beste Zeit, um den Kungsleden im Winter mit den Skiern zurückzulegen, gilt der April und die erste Maihälfte. Dann hast du fast 24 Stunden lang Tageslicht, da die Zeit der Mitternachtssonne immer näher rückt. Zudem wird es nur noch selten empfindlich kalt.

Ende April, Anfang Mai kannst du auch die ersten Bergblumen entdecken, nämlich den Gegenblättrigen Steinbrech, Saxifraga oppositifolia. Er ist am häufigsten in Felsspalten sowie den ersten schneefreien Flecken zu finden. Um Mittsommer, dem längsten Tag des Jahres, ist der meiste Schnee verschwunden und du kannst den Kungsleden zu Fuß erwandern.

Tjuonavagge.

Die Öffnungszeiten der Hütten am Kungsleden sind unterschiedlich. Die Wintersaison beginnt Ende Februar und dauert bis Ende April oder Mitte Mai. Die Sommersaison beginnt dann Ende Juni und dauert bis Mitte oder Ende September. Während dieser Zeiten werden fast alle Unterkünfte entlang der Strecke von einem Hüttenwart beaufsichtigt.

Die Berghütten der STF befinden sich in schöner Lage, 10-20 km voneinander entfernt entlang gut markierter Sommer- und Winterwege. Die Hütten sind einfach, bieten aber teils hohen Standard für Selbstversorger, ohne Strom und fließend Wasser. Hier musst du Holz hacken, ein Feuer im Ofen entfachen, Essen kochen, Wasser holen, abwaschen und sauber machen. Man schläft in eigenem Bettzeug oder Schlafsack in Mehrbettzimmern, die mit Stockbetten, Matratzen, Kissen und Decken ausgestattet sind. Die Plätze in den Berghütten kann man nicht reservieren. Betten werden aber vom Hüttenwart zugeteilt und jeder wird seinen Schlafplatz bekommen.

Blick auf den Berg Storsteinen in Norwegen von der Hütte in Unna Allagas aus gesehen.
Die Vistas Hütte im nördlichen Teil des Visttasvággi Tals dürfte wohl einer der schönsten Plätze sein, um sich auszuruhen.

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Mehr Informationen zum Kungsleden, den Übernachtungsmöglichkeiten und Aktivitäten entlang des Weges findest du auf der Homepage der STF.

Vorbereitung ist alles

Wenn man im Winter in den Bergen unterwegs ist, erfordert dies mehr Wissen und Ausrüstung, als das Wandern im Sommer. Es gibt mehrere Veranstalter, die im Sommer und Winter geführte Touren entlang des Kungsleden anbieten. Für das optimale Erlebnis sind diese Touren nur wärmstens zu empfehlen – vor allem auch dann, wenn Sie zum ersten Mal in diese Bergwelt eintauchen.

Den Kungsleden zu gehen, erfordert nicht unbedingt einen schweren Rucksack und lange Beine. In den meisten Hütten kann man während der Saison Lebensmittel kaufen und wenn man vorplant, braucht man wirklich nicht sehr viel mehr, als einen Tagesrucksack. Der Abstand zwischen den Hütten ist unterschiedlich, beträgt aber üblicherweise zwischen 12 und 15 km, was einen bequemen Tagesmarsch bedeutet. An machen Stellen bietet sich auch die Möglichkeit eines Bootstransfers, wie auf dem Kungsleden bei Alesjaur sowie zwischen dem Kebnekaise und Nikkaluokta.

Die Berge entlang des Kungsleden sind Teil der samischen Kulturlandschaft und es wird in der Gegend Rentierhaltung betrieben. Wenn man Zeit in der Natur verbringt, so gilt es als oberste Regel, nichts zu hinterlassen. Und wenn man beim Wandern einer Herde Rentiere begegnet, so hält man Abstand und versucht, sich ruhig zu verhalten, bis sie vorbeigezogen sind. Wenn man der Natur und all den Lebewesen dort seinen Respekt erweist, wird man dafür mit großartigen Ausblicken und Erinnerungen belohnt, die man sein ganzes Leben lang nicht vergessen wird.

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