Wir befinden uns 150 Kilometer nördlich des Polarkreises bei Sara und Johan von Explore the North in Kangos, Pajala. Hier, unter dem arktischen Himmel und tief in der Wildnis, haben sich die beiden ihr Leben aufgebaut.

Wir folgen den Fußspuren der beiden durch den Wald. Jedes Ausatmen sieht wie eine kleine Wolke aus, wenn es auf die Minus 24 Grad kalte Luft trifft. Unsere drei Kleidungsschichten aber durchdringt die Kälte nicht. Ein bisschen weiter, wo der Wald schließlich endet und das Moor beginnt, sehen wir die Lichter der Aurora Domes, unserer Unterkunft für diese Nacht.
– Die Aurora Domes sind unsere neueste Erfindung, verrät Sara und führt uns ins Innere der Kuppeln. Uns fehlen die Worte. Die Idee ist ebenso verrückt, wie genial. Im Zentrum der Kuppel befindet sich ein Doppelbett und außerhalb der durchsichtigen Wände geht die Wildnis einfach so weiter, als ob wir gar nicht da wären.

– Viele Gäste kommen mit dem Traum zu uns, die Nordlichter zu erleben, erklärt Sara. Wir aber wollten ihnen den ganzen Himmel zu Füßen legen. Dort oben gibt es so viel zu entdecken.
– Ein Elch ist vor kurzem hier vorbeigekommen, unterbricht Johan und zeigt auf die Spuren außerhalb der Kuppel. Er lächelt, als er unsere Überraschung bemerkt, – keine Sorge, der Elch betrachtet euch lieber aus der Entfernung – und nein, er würde unsere Gäste niemals wegen irgendwas verpfeifen.
Es gibt viele Eindrücke zu verarbeiten, aber jetzt geht es langsam aber sicher zur Husky Farm. Johan geht vor unserem Ausflug mit den Hundeschlitten noch schnell die Anweisungen durch.

Hintergrundinformationen
Explore the North wird von den Besitzern Johan und Sara selbst betrieben. Sie arrangieren verschiedene Arten von Aktivitäten, wobei ihr Hauptaugenmerk auf Hundeschlittentouren liegt. Sie befinden sich in Kangos, einem kleinen Städtchen 150 km über dem Polarkreis. Dieser wundervolle Ort ist umgeben von dichten Kiefernwäldern, Seen und Flüssen. Erfahre mehr auf explorethenorth.se.

Ich stehe auf der Bremse des Schlittens, löse den Schneeanker und rufe mir nochmal die verschiedenen Kommandos ins Gedächtnis, während wir auf das Startsignal warten. Im Schlitten befindet sich mein Kollege, vor uns fünf Alaskan-Huskies sowie ein Abenteuer. Es geht los, das eifrige Bellen der Hunde verwandelt sich in ruhige Zugkraft und wir tauchen ein in die Landschaft. Der Mond ist gewaltig und erleuchtet das Gelände. Nach ein paar Kilometern hebt Johan die Hand: das Stopp-Signal. Er überprüft, ob mit den Teilnehmern alles in Ordnung ist.
– Du machst es gut, aber entspann dich, dann wird dir auch warm bleiben, sagt Johan. Ich lasse die Bremse los und Johan gibt sein Ok.

Für den Rest der Tour fülle ich jede einzelne Zelle meines Körpers mit Eindrücken.
Die Nuancen beim Aufeinandertreffen von Licht und Dunkelheit, die Stille und die Landschaft. Ich lächle und fühle die Kälte an meinen Vorderzähnen. Schwedisch Lappland ist wirklich großartig.

Drei Stunden sind nun vergangen und Sara empfängt uns zum Abendessen. Ein großes Feuer in der Mitte des Restaurants verbreitet Wärme und schafft eine gemütliche Atmosphäre. Während wir unseren Hunger stillen, erfahren wir, dass die Chancen gut stehen, heute Abend Nordlichter zu sehen. Wir beenden das Beisammensein im Dampf der Sauna und machen uns auf den Weg durch den Wald.

In der Kuppel ist es warm. Wir aktualisieren Instagram mit Bildern und Grüßen von unserer tollen Unterkunft. Recht bald befinden wir uns dann mitten in einer spektakulären Lichtshow. Die Nordlichter tanzen in sich ständig verändernden Farbspektren über den arktischen Himmel und wir werden von etwas überwältigt, das sich mit Worten niemals beschreiben lässt.

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